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Seite 1 von 3 Am letzten Donnerstag, den 8. Mai 2008 fanden sich annähernd 80 Exemplare der Gattung Fallobst, darunter – wie sollte es auch anders sein – die üblichen bekannten Glatzen und Gesichter, auf dem Münchner Marienplatz ein, um darüber zu sinnieren, wie doof es doch aus ihrer Sicht erscheint, dass man damals den Krieg verloren hatte. Ein Termin, den selbstverständlich auch die Münchner Apfelfront zur Pflicht erhoben hatte, genauso wie viele weitere Gegendemonstranten, um wiederum ihrer Freude darüber Ausdruck zu verleihen.
Noch bevor wir unsere Gruppe vollständig sammeln konnten, hatten wir sogleich mal eine durchaus reizvolle Begegnung mit getarnten Kräften des Team Green, welches uns mittlerweile auch ununiformiert wiedererkennt. Ein Umstand, der sich wohl auf unseren glorreichen und sagenumwobenen bis mystizistisch verklärten Betriebsausflug zurückführen lässt. Gedächtniszitat Team Green: „Das sind die Boskopisten“ – „Ah stimmt. Ich hab sie verhaftet. 17. August, nicht wahr?“ Selbstverständlich nutzten wir diese wunderbare Gelegenheit zur eingehenden Begrüßung sowie dem detailierten Abklären unserer Vorgehensweise. Erwartungsgemäß wurde uns leider erneut Megaphonverbot erteilt und auf Grund der Tatsache, dass die Teilnehmer des bis 19 Uhr am Stachus stattgefundenen Israeltages sich nun auf den Marienplatz begeben hatten, entschieden wir uns nur schon um inakzeptable Missverständnisse zu vermeiden für ein – für unsere Verhältnisse - eher dezentes Auftreten. Unsere Aktivitäten beinhalteten daher hauptsächlich Präsenz zeigen, Aufklärungsarbeit und boskopistisch korrekte Nahrungsergänzung im Sinne von 3 Tüten Apfelringen und -marshmallows. Ersteres führte gleich mal zu reichlichen Foto- und Filmaufnahmen aus dem braunen Lager. Zweites zuerst lediglich zu lieblich beschmunzelten Begutachtung unseres Fliegers durch Team Green (samt nettem Kompliment), später aber dann doch noch zur Aufnahme der Personalien des Gauleiters sowie unseres Frontfotografen. Der Verlauf der Neonazi-Kundgebung ist zufassend mit kurz und (wohl unfreiwillig) komisch zu umschreiben. Kurz deshalb, weil man ja natürlich wieder nicht pünktlich angefangen hat, dafür aber um 20.30 Uhr überraschend schnell zum Ende kam. Ferner wirkten die Redebeiträge, soweit akustisch überhaupt zu vernehmen, derart absurd, dass sich einige Gegendemonstranten gelegentlich das Lachen nicht verkneifen konnten. Ich mein, uns ist ja durchaus klar, dass die meisten Neonazis so eine ganz eigene Wahrnehmung der Realität haben, aber … wow, Leute! Jetzt ist mir auch klar, warum deren eigenen Kameraden immer so teilnahmslos in die Gegend gucken oder sich mehr mit den Gegendemonstranten beschäftigen. Den Mist kann ja keiner mehr wirklich ernst nehmen. Und so schunkelten wir zum „Mädchen mit der Fahne“, lauschten belustigt Annett und sprachen mit den Umstehenden über die FDÄ, weitere Projekte sowie das braune Lager. Grüße an dieser Stelle an das wissbegierige blonde Mädel, dass wir später neben Wuttke auf dem Beifahrersitz des Lautiwagens wiederfanden – eine schelmisch nette Nazisse, die durch diese Aktion durchaus Bewunderer gefunden hat.^^ Nach Beendigung der Veranstaltung verschwand der braune Sumpf relativ zügig im Untergrund. Das sogar, ohne dass sich unsere Lieblingsnazis trotz ausdrücklicher Aufforderung von uns verabschiedet hatten. Ein solches Verhalten ist wahrhaftig nicht als sonderlich ritterlich zu bezeichnen. Aber nachdem wir selbstverständlich noch auf solche deutsche Tugenden Wert legen, begaben wir uns nochmal für einen kleinen Plausch zu Team Green und verabschiedeten uns sodann höflich… bis zum nächsten Mal! Heil Boskop! Zu Favoriten hinzufügen (91) | Artikel zitieren | Drucken | E-Mail
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